Von allen DNS-Fragen, die diese Website erreichen, sorgt die zum Smartphone für die meiste Verwirrung, denn ein Handy hat zwei DNS-Einstellungen, und die meisten ändern eine und glauben, beide geändert zu haben.
Die zwei DNS-Einstellungen eines Handys
Im WLAN nutzt das Handy den DNS, den der Router dieses Netzes vergibt (oder den, den du von Hand in den Einstellungen dieses WLANs eingetragen hast). Bei mobilen Daten nutzt es den DNS des Mobilfunkanbieters. Beides ist unabhängig voneinander: Was du im heimischen WLAN änderst, begleitet dich nicht vor die Tür, und bei mobilen Daten gibt es weder in iOS noch in „klassischem” Android ein manuelles DNS-Feld.
Deshalb ändern so viele den DNS, prüfen ihn zu Hause, sehen, dass er funktioniert, und surfen in der Bahn weiter mit dem des Anbieters, ohne es zu wissen.
Android: „Privates DNS” löst das Ganze
Seit Android 9 gibt es eine Einstellung, die das Problem komplett löst: Privates DNS. Sie steht unter Einstellungen → Netzwerk & Internet (je nach Hersteller auch Verbindungen) → Privates DNS. Wähle „Hostname des privaten DNS-Anbieters” und trag einen Namen ein, keine IP-Adresse:
| Anbieter | Hostname |
|---|---|
| Cloudflare | one.one.one.one |
dns.google | |
| Quad9 | dns.quad9.net |
| AdGuard (blockiert Werbung) | dns.adguard-dns.com |
| Control D (ungefiltert) | p0.freedns.controld.com |
Die Einstellung hat drei Vorteile: Sie gilt für WLAN und mobile Daten zugleich, sie ist verschlüsselt (DNS über TLS, der Anbieter kann also weder mitlesen noch abfangen) und sie braucht keine App. Wenn das Feld einen Namen verlangt und du 1.1.1.1 eintippst, wird es nicht akzeptiert; das ist der häufigste Fehler.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Screenshots steht unter DNS unter Android einrichten.
iPhone: pro WLAN oder per Profil
iOS hat keine globale Einstellung. Es gibt zwei Wege:
Nur für ein WLAN. Einstellungen → WLAN → das (i) neben dem Netz antippen → DNS konfigurieren → Manuell, den vorhandenen Eintrag löschen und primären sowie sekundären DNS hinzufügen. Schnell erledigt und fürs Heim-WLAN in Ordnung, aber im Mobilfunk bleibt es beim DNS des Anbieters.
Für alles, Mobilfunk inklusive. iOS unterstützt verschlüsseltes DNS (DoH oder DoT) über ein Konfigurationsprofil. Cloudflare, Quad9, AdGuard und NextDNS bieten je eines zum Download auf ihrer Website an; installiert wird es unter Einstellungen → Allgemein → VPN & Geräteverwaltung, danach nutzt das iPhone diesen Resolver in jedem Netz. Die Alternative ist die App des Anbieters (etwa die 1.1.1.1-App), die dasselbe mit Oberfläche macht.
Die Schritte stehen unter DNS auf iPhone und iPad einrichten.
Welchen nehmen
Die Kriterien sind dieselben wie am Computer, mit einem Unterschied: Ein Handy wechselt zwischen Netzen, der zu Hause schnellste Resolver muss es im Mobilfunk nicht sein.
- Am Handy messen. Der DNS-Geschwindigkeitstest läuft im Browser des Telefons. Einmal im WLAN, einmal im Mobilfunk ausführen; ändert sich die Reihenfolge, nimm den Gewinner im Mobilfunk, dort merkt man Latenz am ehesten.
- Ungefiltert, außer du willst filtern. Ein werbeblockender DNS kann mal einen Link in einer App oder den Login eines Spiels stören. Für die meisten ist Cloudflare oder Quad9 (blockiert nur Malware) die Wahl ohne Überraschungen. Wer Werbung in allen Apps loswerden will, ohne etwas zu installieren, nimmt am einfachsten AdGuard.
- Der Akku ist kein Thema. Verschlüsseltes DNS hält eine TLS-Verbindung offen, der Verbrauch ist neben jeder Hintergrund-App vernachlässigbar.
Aus Madrid antworteten Cloudflare, Quad9, CleanBrowsing und DNS4EU mit gecachter Antwort in 5 bis 6 ms; die vollständige Tabelle steht im Vergleich. Bei deinem Mobilfunkanbieter kann die Reihenfolge anders sein, deshalb: messen.
Was DNS am Handy nicht kann
Ein Teil der Suchanfragen, die hier landen, will einen „US-DNS für Android”, um Inhalte aus einem anderen Land zu sehen. So funktioniert es nicht: Apps und Websites ordnen dich über deine IP-Adresse ein, die der Anbieter vergibt, nicht über den Resolver, den du befragst. Ein anderer DNS ändert weder den Katalog einer Videoplattform noch schaltet er Apps einer anderen Region frei. Dafür braucht es ein VPN.
Was ein guter DNS am Handy leistet: Websites und Apps, die viele Domains abfragen, laden schneller; Anbieter-DNS, die umleiten oder sperren, werden umgangen; und mit einem filternden Resolver verschwinden Werbung und Tracker aus allen Apps, ohne Blocker zu installieren.
Wenn etwas nicht mehr geht
Mit aktiviertem privaten DNS laden unter Android manche öffentlichen WLANs mit Anmeldeportal (Hotels, Flughäfen) die Login-Seite nicht, weil sie DNS abfangen. Das ist der einzige häufige Fall: Privates DNS kurz ausschalten, Portal bestätigen, wieder einschalten. Und wenn eine bestimmte App mit einem filternden Resolver streikt, erst einen ungefilterten probieren, bevor du der App die Schuld gibst.